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	<title>Kommentare zu: Warum ich das bedingungslose Grundeinkommen kritisch sehe</title>
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	<description>Oder die Welt aus meiner grünen Sicht</description>
	<lastBuildDate>Sat, 16 Jul 2011 16:20:19 +0200</lastBuildDate>
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		<title>Von: Nochmal zum Grundeinkommen &#124; linke sach(s)en</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-30</link>
		<dc:creator>Nochmal zum Grundeinkommen &#124; linke sach(s)en</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 11:21:18 +0000</pubDate>
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		<description>[...] interessantes Argument, warum ich das bedingungslose Grundeinkommen kritisch sehebeschreibt der Gr&#252;ne Alexander Schestag in seinem Blog. Ein zweiter Punkt, den ich kritisch [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] interessantes Argument, warum ich das bedingungslose Grundeinkommen kritisch sehebeschreibt der Gr&#252;ne Alexander Schestag in seinem Blog. Ein zweiter Punkt, den ich kritisch [...]</p>
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		<title>Von: Alex</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-29</link>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 08:55:29 +0000</pubDate>
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		<description>Wolfgang Riedel meinte:

&quot;Dass das Grundeinkommen als Vorwand genutzt würde, jemanden nicht einzustellen ist ein sehr unglaubwürdiges Argument.&quot;

Wer die praktische Situation behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt kennt, sieht das sicher anders.

&quot;Kein Arbeitgeber stellt jemanden allein aufgrund einer Behinderung ein,&quot;

Aber sicher, bei gleicher Qualifitikation ist das sogar teilweise Pflicht.

&quot;und wenn doch, dann kann er das genauso gut auch “auf Wunsch” machen (zudem wäre das eine reine Anti-Diskriminierungs-Frage, nicht die des grundsätzlichen sozialen Systems).&quot;

Das stimmt so nicht. Heute haben Arbeitgeber dadurch, daß die Grundsicherung nur bedarfsabhängig ist, noch eine soziale Verantwortung, auch Menschen einzustellen. Man müßte sie nur dazu &quot;überreden&quot;, dieser auch mal wieder richtig nachzukommen. Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen würden sie aus dieser Verantwortung komplett entlassen, weil das Grundeinkommen ja bedingungslos ist. Es wird immer ausbezahlt, ob man einen Job findet oder nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfgang Riedel meinte:</p>
<p>&#8220;Dass das Grundeinkommen als Vorwand genutzt würde, jemanden nicht einzustellen ist ein sehr unglaubwürdiges Argument.&#8221;</p>
<p>Wer die praktische Situation behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt kennt, sieht das sicher anders.</p>
<p>&#8220;Kein Arbeitgeber stellt jemanden allein aufgrund einer Behinderung ein,&#8221;</p>
<p>Aber sicher, bei gleicher Qualifitikation ist das sogar teilweise Pflicht.</p>
<p>&#8220;und wenn doch, dann kann er das genauso gut auch “auf Wunsch” machen (zudem wäre das eine reine Anti-Diskriminierungs-Frage, nicht die des grundsätzlichen sozialen Systems).&#8221;</p>
<p>Das stimmt so nicht. Heute haben Arbeitgeber dadurch, daß die Grundsicherung nur bedarfsabhängig ist, noch eine soziale Verantwortung, auch Menschen einzustellen. Man müßte sie nur dazu &#8220;überreden&#8221;, dieser auch mal wieder richtig nachzukommen. Durch ein bedingungsloses Grundeinkommen würden sie aus dieser Verantwortung komplett entlassen, weil das Grundeinkommen ja bedingungslos ist. Es wird immer ausbezahlt, ob man einen Job findet oder nicht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Alex</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-28</link>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 08:45:47 +0000</pubDate>
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		<description>Wolfram Riedel schreibt: 

&quot;aber es ist halt unsinnig zig Steuern und Abgaben in der Produktionskette zu haben, von denen klar ist, dass sie am Ende sowieso an die Konsumenten über die Preise weitergegeben werden&quot;

Nein, das ist mitnichten unsinnig. Steuern haben ja auch ein ordnungspolitisches Moment, indem sie das Verhalten von Menschen lenken können. Ein vieldiskutiertes Beispiel ist eine Kfz-Steuer, die die Besitzer umweltfreundlicher Wagen begünstigt und Dreckschleudern viel stärker besteuert. Würde man alle Steuern auf das Ende der Produktionskette verlagern und nicht mehr sachbezogen erheben, würde der Staat somit wichtige Lenkungsinstrumente aus der Hand geben. Und das wäre fatal.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wolfram Riedel schreibt: </p>
<p>&#8220;aber es ist halt unsinnig zig Steuern und Abgaben in der Produktionskette zu haben, von denen klar ist, dass sie am Ende sowieso an die Konsumenten über die Preise weitergegeben werden&#8221;</p>
<p>Nein, das ist mitnichten unsinnig. Steuern haben ja auch ein ordnungspolitisches Moment, indem sie das Verhalten von Menschen lenken können. Ein vieldiskutiertes Beispiel ist eine Kfz-Steuer, die die Besitzer umweltfreundlicher Wagen begünstigt und Dreckschleudern viel stärker besteuert. Würde man alle Steuern auf das Ende der Produktionskette verlagern und nicht mehr sachbezogen erheben, würde der Staat somit wichtige Lenkungsinstrumente aus der Hand geben. Und das wäre fatal.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfram Riedel</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-27</link>
		<dc:creator>Wolfram Riedel</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 07:28:53 +0000</pubDate>
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		<description>@Ulrike Langer: Dem ist nicht so, das geben leider sehr viele falsch wieder, die davon nur oberflächlich gehört haben. Werner schlägt keine isolierte Anhebung der USt vor, sondern eine Verlagerung von Steuern und Abgaben ans Ende der Produktionskette. Weil wir im Moment die Arbeit durch Steuern und Abgaben künstlich verteuern und diese jetzt ja auch schon versteckt mitbezahlen, schlägt er vor, diese Abgaben stattdessen transparent auf den Endpreis der Produkte zu erheben. Wahrscheinlich kann diese Verlagerung sogar weitgehend aufkommensneutral geschehen. Preisänderungen ergeben sich dann vor allem bei arbeitsintensiven Dienstleistungen: sie werden nämlich günstiger.

Natürlich müsste man dann noch sehen wie man Privatvermögen (nichts anderes sind Profite, die nicht reinvestiert werden) und Kapitalerträge versteuert, aber es ist halt unsinnig zig Steuern und Abgaben in der Produktionskette zu haben, von denen klar ist, dass sie am Ende sowieso an die Konsumenten über die Preise weitergegeben werden. Bei Energiesteuern ist das noch einzusehen, aber bei vielen anderen kann man sie auch gleich pauschal am Konsum erheben, ohne die Arbeit als solche damit zu verteuern.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Ulrike Langer: Dem ist nicht so, das geben leider sehr viele falsch wieder, die davon nur oberflächlich gehört haben. Werner schlägt keine isolierte Anhebung der USt vor, sondern eine Verlagerung von Steuern und Abgaben ans Ende der Produktionskette. Weil wir im Moment die Arbeit durch Steuern und Abgaben künstlich verteuern und diese jetzt ja auch schon versteckt mitbezahlen, schlägt er vor, diese Abgaben stattdessen transparent auf den Endpreis der Produkte zu erheben. Wahrscheinlich kann diese Verlagerung sogar weitgehend aufkommensneutral geschehen. Preisänderungen ergeben sich dann vor allem bei arbeitsintensiven Dienstleistungen: sie werden nämlich günstiger.</p>
<p>Natürlich müsste man dann noch sehen wie man Privatvermögen (nichts anderes sind Profite, die nicht reinvestiert werden) und Kapitalerträge versteuert, aber es ist halt unsinnig zig Steuern und Abgaben in der Produktionskette zu haben, von denen klar ist, dass sie am Ende sowieso an die Konsumenten über die Preise weitergegeben werden. Bei Energiesteuern ist das noch einzusehen, aber bei vielen anderen kann man sie auch gleich pauschal am Konsum erheben, ohne die Arbeit als solche damit zu verteuern.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfram Riedel</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-26</link>
		<dc:creator>Wolfram Riedel</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2009 06:35:50 +0000</pubDate>
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		<description>Die Petition ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie ist eine gute Diskussionsgrundlage, vielleicht gerade *weil* sie polarisiert. Das hat auch Frosch nicht sofort verstanden. Wichtig sind nicht die (überhaupt nicht vorhandenen) Details -- selbst Werner hat zu seinen prinzipiellen Überlegungen niemals ein komplettes Modell vorgelegt --, sondern vielmehr ist es die Aufmerksamkeit, die die sinnvolle Diskussion zum &quot;ob&quot; und &quot;wie&quot; jetzt deutlich befeuert.

Ich denke genauso wie Du, dass eine Reduzierung auf *nur* eine Konsumsteuer viel zu kurz greift. Ich denke auch, dass Vermögen und Kapitalerträge dazu herangezogen werden sollten. Aber eine Verschiebung weg von den Lohnnebenkosten könnte durchaus sehr wünschenswerte Effekte haben. Menschenarbeit würde wieder bezahlbar und wettbewerbsfähig.

Ich favorisiere sehr das Modell der negativen Einkommensteuer, dort würden nur diejenigen die nichts oder sehr wenig verdienen überhaupt etwas vom Grundeinkommen ausbezahlt bekommen. So trifft die Analogie der &quot;Giesskanne&quot; schonmal überhaupt nicht zu, es ist vielmehr ein verlässlicher Grundsockel, der einen immer dann &quot;über Wasser halten&quot; kann wenn man kein anderes Einkommen hat.

Natürlich kann ein Grundeinkommen auch nicht die Finanzierung einer Geschäftsidee für die Selbständigkeit ersetzen, das hast Du wohl falsch verstanden. Aber es würde das persönliche und familiäre Armutsrisiko abfedern, das mit einem Einstieg in die Selbständigkeit für die meisten verbunden ist. Genauso wie das Armutsrisiko des Kinderkriegens, der Aus- und Weiterbildung, dem Wunsch nach einem Karrierewechsel, dem Altwerden.

Schönes Beispiel, die Rente: Die zukünftigen Renten nach dem Generationen-Modell kannst Du in der Pfeife wegrauchen und seit der Wirtschaftskrise ist klar, dass das kapitalgedeckte Privat-Modell auch nicht besser ist als eigene Sparschwein, das im Übrigen Geringverdiener oder Arbeitslose niemals voll bekommen werden.

Dass das Grundeinkommen als Vorwand genutzt würde, jemanden nicht einzustellen ist ein sehr unglaubwürdiges Argument. Kein Arbeitgeber stellt jemanden allein aufgrund einer Behinderung ein, und wenn doch, dann kann er das genauso gut auch &quot;auf Wunsch&quot; machen (zudem wäre das eine reine Anti-Diskriminierungs-Frage, nicht die des grundsätzlichen sozialen Systems).
Ganz im Gegenteil ermächtigt ein Grundeinkommen jeden Arbeitnehmer eben dazu nicht jede x-beliebige Stelle zu Gnaden des Arbeitgebers annehmen zu müssen, sondern es verschafft uns allen überhaupt erstmal eine marktgerechte Verhandlungsposition auf Augenhöhe. Das ist für (wie auch immer) benachteiligte Menschen umso wichtiger. Das Grundeinkommen ermöglicht zu miesen oder unpassenden Angeboten auch &quot;nein&quot; sagen zu können. Alles andere ist und bleibt Zwang, wenn die Alternative ein Leben unter der Brücke und damit dem Ausstieg aus der Gesellschaft bedeutet.

Wir haben bereits für viele dieser Lebensrisiken schon Transferleistungen vorgesehen. Aber die sind alle mit Bürokratie überladen, deren Verwaltung und Kontrolle ist intransparent und teuer, und manchmal sogar menschenunwürdig. Das kann man vielleicht auch so abbauen, aber das hat man von Hartz-4 ja auch behauptet, genau das Gegenteil ist eingetreten.

Aber die alte Herangehensweise ist auch viel zu unflexibel für die schnell wechselnden Erfordernisse unserer heutigen Gesellschaft. Wir müssen nicht nur das Bildungssystem, sondern auch das Sozialsystem jetzt endlich anpassen. Nicht nur die Ausbildung, auch das Sozialsystem ist noch immer an der Industriegesellschaft ausgelegt, in der man einmal lernt und dann bis zur Generationenvertrags-Rente bei der gleichen Firma arbeitet. Da passte noch an fixen Stellen Hilfen vorzusehen. Heute aber brauchen wir etwas Flexibles, das uns durchs Ganze Leben begleitet. Ein echtes soziales Netz, das nicht nur aus lauter Flickschusterei besteht (wo man hinten und vorne dann ja doch wieder durchfällt).

Das Wort &quot;Demokratieabbau&quot; in Deinem Beitrag ist hoffentlich nur ein &quot;Fehler&quot;.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Petition ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber sie ist eine gute Diskussionsgrundlage, vielleicht gerade *weil* sie polarisiert. Das hat auch Frosch nicht sofort verstanden. Wichtig sind nicht die (überhaupt nicht vorhandenen) Details &#8212; selbst Werner hat zu seinen prinzipiellen Überlegungen niemals ein komplettes Modell vorgelegt &#8211;, sondern vielmehr ist es die Aufmerksamkeit, die die sinnvolle Diskussion zum &#8220;ob&#8221; und &#8220;wie&#8221; jetzt deutlich befeuert.</p>
<p>Ich denke genauso wie Du, dass eine Reduzierung auf *nur* eine Konsumsteuer viel zu kurz greift. Ich denke auch, dass Vermögen und Kapitalerträge dazu herangezogen werden sollten. Aber eine Verschiebung weg von den Lohnnebenkosten könnte durchaus sehr wünschenswerte Effekte haben. Menschenarbeit würde wieder bezahlbar und wettbewerbsfähig.</p>
<p>Ich favorisiere sehr das Modell der negativen Einkommensteuer, dort würden nur diejenigen die nichts oder sehr wenig verdienen überhaupt etwas vom Grundeinkommen ausbezahlt bekommen. So trifft die Analogie der &#8220;Giesskanne&#8221; schonmal überhaupt nicht zu, es ist vielmehr ein verlässlicher Grundsockel, der einen immer dann &#8220;über Wasser halten&#8221; kann wenn man kein anderes Einkommen hat.</p>
<p>Natürlich kann ein Grundeinkommen auch nicht die Finanzierung einer Geschäftsidee für die Selbständigkeit ersetzen, das hast Du wohl falsch verstanden. Aber es würde das persönliche und familiäre Armutsrisiko abfedern, das mit einem Einstieg in die Selbständigkeit für die meisten verbunden ist. Genauso wie das Armutsrisiko des Kinderkriegens, der Aus- und Weiterbildung, dem Wunsch nach einem Karrierewechsel, dem Altwerden.</p>
<p>Schönes Beispiel, die Rente: Die zukünftigen Renten nach dem Generationen-Modell kannst Du in der Pfeife wegrauchen und seit der Wirtschaftskrise ist klar, dass das kapitalgedeckte Privat-Modell auch nicht besser ist als eigene Sparschwein, das im Übrigen Geringverdiener oder Arbeitslose niemals voll bekommen werden.</p>
<p>Dass das Grundeinkommen als Vorwand genutzt würde, jemanden nicht einzustellen ist ein sehr unglaubwürdiges Argument. Kein Arbeitgeber stellt jemanden allein aufgrund einer Behinderung ein, und wenn doch, dann kann er das genauso gut auch &#8220;auf Wunsch&#8221; machen (zudem wäre das eine reine Anti-Diskriminierungs-Frage, nicht die des grundsätzlichen sozialen Systems).<br />
Ganz im Gegenteil ermächtigt ein Grundeinkommen jeden Arbeitnehmer eben dazu nicht jede x-beliebige Stelle zu Gnaden des Arbeitgebers annehmen zu müssen, sondern es verschafft uns allen überhaupt erstmal eine marktgerechte Verhandlungsposition auf Augenhöhe. Das ist für (wie auch immer) benachteiligte Menschen umso wichtiger. Das Grundeinkommen ermöglicht zu miesen oder unpassenden Angeboten auch &#8220;nein&#8221; sagen zu können. Alles andere ist und bleibt Zwang, wenn die Alternative ein Leben unter der Brücke und damit dem Ausstieg aus der Gesellschaft bedeutet.</p>
<p>Wir haben bereits für viele dieser Lebensrisiken schon Transferleistungen vorgesehen. Aber die sind alle mit Bürokratie überladen, deren Verwaltung und Kontrolle ist intransparent und teuer, und manchmal sogar menschenunwürdig. Das kann man vielleicht auch so abbauen, aber das hat man von Hartz-4 ja auch behauptet, genau das Gegenteil ist eingetreten.</p>
<p>Aber die alte Herangehensweise ist auch viel zu unflexibel für die schnell wechselnden Erfordernisse unserer heutigen Gesellschaft. Wir müssen nicht nur das Bildungssystem, sondern auch das Sozialsystem jetzt endlich anpassen. Nicht nur die Ausbildung, auch das Sozialsystem ist noch immer an der Industriegesellschaft ausgelegt, in der man einmal lernt und dann bis zur Generationenvertrags-Rente bei der gleichen Firma arbeitet. Da passte noch an fixen Stellen Hilfen vorzusehen. Heute aber brauchen wir etwas Flexibles, das uns durchs Ganze Leben begleitet. Ein echtes soziales Netz, das nicht nur aus lauter Flickschusterei besteht (wo man hinten und vorne dann ja doch wieder durchfällt).</p>
<p>Das Wort &#8220;Demokratieabbau&#8221; in Deinem Beitrag ist hoffentlich nur ein &#8220;Fehler&#8221;.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Warum ich die Petition fürs bedingungslose Grundeinkommen unterschrieben habe : sooth.de</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-24</link>
		<dc:creator>Warum ich die Petition fürs bedingungslose Grundeinkommen unterschrieben habe : sooth.de</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 17:27:51 +0000</pubDate>
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		<description>[...] und Contras gibt es zum Bespiel bei Tim Pritlove (Pro), Alexander Schestag (Contra), Oliver Gassner (Pro), Johnny Haeusler von Spreeblick (Contra), Telepolis (eher Pro), Kai [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] und Contras gibt es zum Bespiel bei Tim Pritlove (Pro), Alexander Schestag (Contra), Oliver Gassner (Pro), Johnny Haeusler von Spreeblick (Contra), Telepolis (eher Pro), Kai [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Alex</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-23</link>
		<dc:creator>Alex</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 10:59:05 +0000</pubDate>
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		<description>@Chris Koepp: &quot;Wir&quot; ist nicht ganz richtig. Ich habe auf der LDK auch gegen das Grundeinkommen und für die Grundsicherung gestimmt, aber natürlich erkenne ich das Votum der Mehrheit an. ;-) Ansonsten stimme ich dir zu. Es gibt heute schon solche Elemente, und solche Elemente teilweise einzuführen, kann sicher auch gut sein, um Grundsicherungen zu entbürokratisieren und Menschen nicht weiter zu stigmatisieren.

@seb beide Argumente kann ich entkräften:

zu 1.: Ich habe ja nicht behauptet, daß die derzeitige bedarfsorientierte Grundsicherung gerecht und gut ist. Die gehört dringend reformiert. Eine Verbesserung durch ein bedingungsloses Grundeinkommen sehe ich aber aus den genannten Gründen nicht.

zu 2.: Dieses Argument ist sicherlich durchaus richtig, aber es hilft nicht allen Menschen. Zitat aus einem Kommentar, den ich &lt;a href=&quot;http://blog.atari-frosch.de/2009/02/16/soziale-gerechtigkeit-beim-bedingungslosen-grundeinkommen/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; zu diesem Argument abgegeben habe:

&quot;Aber es gibt Situationen, in denen Menschen zusätzliche Mittel brauchen, etwa weil sie ihre Pflegekraft bezahlen müssen, und in denen eine solche Verhandlungsposition [Anm.: Arbeitgebern gegenüber] nichts nützt. Diese Menschen müssen dieses Geld bedingungslos bekommen, weil sie einen Bedarf haben! Aber dieses Geld fehlt dann genau deswegen, weil Menschen, die keinen Bedarf haben, Grundeinkommen bekommen. Und das ist sozial ungerecht. Geld ist nicht unendlich vorhanden, sondern eine begrenzte Ressource, und man sollte sich genau überlegen, wer das nur begrenzt vorhandene Geld bekommen sollte. Mir widerstrebt die Vorstellung, daß jemand, der ohnehin schon 10.000 Euro Einkommen im Monat hat oder durch ein Erbe zum Millionär geworden ist, auch noch ein Grundeinkommen bekommen soll, während bedürftigen Menschen zusätzliche Mittel verwehrt werden müssen, weil sie in die Taschen des Millionärs fließen…&quot;</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Chris Koepp: &#8220;Wir&#8221; ist nicht ganz richtig. Ich habe auf der LDK auch gegen das Grundeinkommen und für die Grundsicherung gestimmt, aber natürlich erkenne ich das Votum der Mehrheit an. <img src='http://www.schestag.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Ansonsten stimme ich dir zu. Es gibt heute schon solche Elemente, und solche Elemente teilweise einzuführen, kann sicher auch gut sein, um Grundsicherungen zu entbürokratisieren und Menschen nicht weiter zu stigmatisieren.</p>
<p>@seb beide Argumente kann ich entkräften:</p>
<p>zu 1.: Ich habe ja nicht behauptet, daß die derzeitige bedarfsorientierte Grundsicherung gerecht und gut ist. Die gehört dringend reformiert. Eine Verbesserung durch ein bedingungsloses Grundeinkommen sehe ich aber aus den genannten Gründen nicht.</p>
<p>zu 2.: Dieses Argument ist sicherlich durchaus richtig, aber es hilft nicht allen Menschen. Zitat aus einem Kommentar, den ich <a href="http://blog.atari-frosch.de/2009/02/16/soziale-gerechtigkeit-beim-bedingungslosen-grundeinkommen/" rel="nofollow">hier</a> zu diesem Argument abgegeben habe:</p>
<p>&#8220;Aber es gibt Situationen, in denen Menschen zusätzliche Mittel brauchen, etwa weil sie ihre Pflegekraft bezahlen müssen, und in denen eine solche Verhandlungsposition [Anm.: Arbeitgebern gegenüber] nichts nützt. Diese Menschen müssen dieses Geld bedingungslos bekommen, weil sie einen Bedarf haben! Aber dieses Geld fehlt dann genau deswegen, weil Menschen, die keinen Bedarf haben, Grundeinkommen bekommen. Und das ist sozial ungerecht. Geld ist nicht unendlich vorhanden, sondern eine begrenzte Ressource, und man sollte sich genau überlegen, wer das nur begrenzt vorhandene Geld bekommen sollte. Mir widerstrebt die Vorstellung, daß jemand, der ohnehin schon 10.000 Euro Einkommen im Monat hat oder durch ein Erbe zum Millionär geworden ist, auch noch ein Grundeinkommen bekommen soll, während bedürftigen Menschen zusätzliche Mittel verwehrt werden müssen, weil sie in die Taschen des Millionärs fließen…&#8221;</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: seb</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-22</link>
		<dc:creator>seb</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 10:43:59 +0000</pubDate>
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		<description>Kleiner Hinweis: 
1. Argument:
Wohin die angeblich bedarfsorientierte Grundsicherung uns führt, kann man heute schon sehr deutlich an Hartz IV, Zweiklassengesundheitsversorgung etc sehen.

Eine Ablösung durch ein bedingungsloses Grundeinkommen würde durch die positiven Aspekte also eher eine Verbesserung mit sich bringen, keine Verschlechterung.

2. Argument:
WENN es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe, kehren sich die Verhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer um. Dann werden es nämlich ganz schnell Arbeitsanbieter, denen dann 1. nicht mehr jede Arbeit zu jeder schlechten Kondition abgenommen wird und 2. werden Leute sich Arbeit suchen, die sie machen wollen. Und nicht umgekehrt. 3. Wird die momentan als normal hingenommene 40 Stundenwoche als einzige &quot;vollwertige&quot; Arbeit in der Form nicht mehr existieren. Mehr Menschen werden sich durch kürzer Arbeitszeit bestimmte Jobs teilen.
4. Es wird weniger schlechte Arbeit geben. Und schlechte Arbeit wird besser bezahlt werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kleiner Hinweis:<br />
1. Argument:<br />
Wohin die angeblich bedarfsorientierte Grundsicherung uns führt, kann man heute schon sehr deutlich an Hartz IV, Zweiklassengesundheitsversorgung etc sehen.</p>
<p>Eine Ablösung durch ein bedingungsloses Grundeinkommen würde durch die positiven Aspekte also eher eine Verbesserung mit sich bringen, keine Verschlechterung.</p>
<p>2. Argument:<br />
WENN es ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe, kehren sich die Verhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer um. Dann werden es nämlich ganz schnell Arbeitsanbieter, denen dann 1. nicht mehr jede Arbeit zu jeder schlechten Kondition abgenommen wird und 2. werden Leute sich Arbeit suchen, die sie machen wollen. Und nicht umgekehrt. 3. Wird die momentan als normal hingenommene 40 Stundenwoche als einzige &#8220;vollwertige&#8221; Arbeit in der Form nicht mehr existieren. Mehr Menschen werden sich durch kürzer Arbeitszeit bestimmte Jobs teilen.<br />
4. Es wird weniger schlechte Arbeit geben. Und schlechte Arbeit wird besser bezahlt werden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Ulrike Langer</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-21</link>
		<dc:creator>Ulrike Langer</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 10:27:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.schestag.de/?p=129#comment-21</guid>
		<description>Es gibt noch ein weiteres ganz praktisches Argument gegen das Grundeinkommen. Es wird nicht funktionieren, wenn nicht ganz Europa mitzieht. Deutschland ist von 9 Nachbarländern umzingelt, selbst aus der Mitte Deutschlands ist in höchstens 3 Fahrstunden Frankreich, Luxemburg oder  Tschechien erreichbar. Unsere Nachbarn werden sich über die Konsumspritze freuen, wenn hier die Mehrwertsteuer auf 50 Prozent angehoben wird, um als einzige Steuer das Grundeinkommen zu finanzieren und Millionen deutscher Kauftouristen regelmäßig jenseits der Grenze einkaufen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt noch ein weiteres ganz praktisches Argument gegen das Grundeinkommen. Es wird nicht funktionieren, wenn nicht ganz Europa mitzieht. Deutschland ist von 9 Nachbarländern umzingelt, selbst aus der Mitte Deutschlands ist in höchstens 3 Fahrstunden Frankreich, Luxemburg oder  Tschechien erreichbar. Unsere Nachbarn werden sich über die Konsumspritze freuen, wenn hier die Mehrwertsteuer auf 50 Prozent angehoben wird, um als einzige Steuer das Grundeinkommen zu finanzieren und Millionen deutscher Kauftouristen regelmäßig jenseits der Grenze einkaufen.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Chris Koepp</title>
		<link>http://www.schestag.de/2009/02/16/warum-ich-das-bedingungslose-grundeinkommen-kritisch-sehe/comment-page-1/#comment-20</link>
		<dc:creator>Chris Koepp</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 07:06:13 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.schestag.de/?p=129#comment-20</guid>
		<description>Du beschreibst aber nur ein mögliches Grundeinkommensmodel. Wir haben auf unserer LDK ein fundamental anderes verabschiedet.

Richtig ist natürlich, dass es Anreize zum Arbeiten geben muss. Niemand will eine &quot;Faulenzergesellschaft&quot; der alles in den Schoss fällt. Wir haben heute schon bedingungslose Zahlungen mit dem Kindergeld und Arbeitslosengeld 2 (wenn dies auch gekürzt werden kann). Beim Bafög gibt es Bedingungen und weil eben nicht bei jedem die Eltern zahlen können/wollen hat jeder Student die Möglichkeit zu einem Studienkredit - ganz ohne Bedingungen. Wir haben heute auch schon eine Steuerfreigrenze, welche auch an keine Bedingungen geknüpft ist.

Heute sagt auch keine Firma &quot;Komm, der bekommt ALG2, den stelle ich nicht mehr ein&quot;. Warum sollte das bei einem Grundeinkommen anders sein? Wohl gemerkt: ich halte nichts von 1500 Euro jeden Monat bar auf die Kralle.

So weit weg ist ist das Grundeinkommen gar nicht, es würde Instrumente nur bündeln und die vielen verschiedenen Regelungen die jetzt schon existieren zusammenfassen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Du beschreibst aber nur ein mögliches Grundeinkommensmodel. Wir haben auf unserer LDK ein fundamental anderes verabschiedet.</p>
<p>Richtig ist natürlich, dass es Anreize zum Arbeiten geben muss. Niemand will eine &#8220;Faulenzergesellschaft&#8221; der alles in den Schoss fällt. Wir haben heute schon bedingungslose Zahlungen mit dem Kindergeld und Arbeitslosengeld 2 (wenn dies auch gekürzt werden kann). Beim Bafög gibt es Bedingungen und weil eben nicht bei jedem die Eltern zahlen können/wollen hat jeder Student die Möglichkeit zu einem Studienkredit &#8211; ganz ohne Bedingungen. Wir haben heute auch schon eine Steuerfreigrenze, welche auch an keine Bedingungen geknüpft ist.</p>
<p>Heute sagt auch keine Firma &#8220;Komm, der bekommt ALG2, den stelle ich nicht mehr ein&#8221;. Warum sollte das bei einem Grundeinkommen anders sein? Wohl gemerkt: ich halte nichts von 1500 Euro jeden Monat bar auf die Kralle.</p>
<p>So weit weg ist ist das Grundeinkommen gar nicht, es würde Instrumente nur bündeln und die vielen verschiedenen Regelungen die jetzt schon existieren zusammenfassen.</p>
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