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12Mrz

Amokläufe und die ewige Killerspiel-Diskussion

Der Bundesinnenminister äußerte sich heute im Zusammenhang mit dem Amoklauf in Winnenden im Tagesschau-Chat auch über “Killerspiele”. Er sagte:

“Wenn durch Killerspiele solche Mechanismen in jungen Menschen aktiviert werden: Machen wir von unserer Freiheit in Zeiten moderner Medien nicht einen zu exzessiven Gebrauch?”

Was gestern in Winnenden passiert ist, hat auch mich zutiefst schockiert, und ich möchte allen, die davon betroffen sind, mein tiefstes Mitgefühl aussprechen. Aber wir müssen auch im Sinne der Opfer und im Sinne einer effektiven Prävention aufpassen, daß wir jetzt nicht vorschnell vermeintliche Schuldige – wie die “Killerspiele” in diesem Fall – definieren, während die wahren Ursachen weiterhin im Dunkeln bleiben. Man kann von “Killerspielen” halten, was man will, aber Herr Dr. Schäuble macht meiner Meinung nach einen Fehler, wenn er die Diskussion um die schrecklichen Ereignisse in Winnenden wieder auf diesen Aspekt verengt. Zwar ist man sich in der Fachwelt einig, daß diese Spiele aggressionssteigernd wirken können. Aber dafür, daß Killerspiele allein zu solchen Taten führen, gibt es keinen Beleg! Die Gesellschaft darf jetzt nicht den gleichen Fehler begehen wie schon in früheren Jahren, schärfere Gesetze und Verbote zu fordern und zu meinen, dann sei schon alles in Ordnung. Bevor ein Mensch eine solche Tat begeht, muß mehr passiert sein als die Beschäftigung mit “Killerspielen”. Hier spielen das soziale Umfeld und auch die Persönlichkeit des Täters eine zentrale Rolle. Zwar hat der Bundesinnenminister recht, wenn er sagt, daß auch eine Verschärfung von Waffengesetzen nicht der richtige Weg ist. Aber wir sind es den Opfern schuldig, endlich dafür zu sorgen, daß in unserer Gesellschaft Jugendliche in problematischen Verhältnissen und mit persönlichen Problemen noch besser aufgefangen werden, sodaß sie eben nicht den Griff zur Waffe als letzten “Ausweg” aus ihren Problemen ansehen! Letztlich aber müssen wir uns auch eingestehen, daß solche Taten nie hundertprozentig verhindert werden können. Auch diese Erkenntnis gehört leider zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Geschehenen.

Verfasst am 12.03.2009 um 16:25 Uhr von mit den Stichworten , , , , .
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