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Dieser Tage wird die Tatsache, dass Facebook zwei kirchenkritische Beiträge auf der Facebook-Seite des Radiomoderators Jürgen Domian gelöscht hat, heiß diskutiert, da Domian sich öffentlichkeitswirksam über die Löschung beklagt hat.

Manche kritisieren diese Aufregung nun mit dem Argument, die Nutzung von Facebook sei ein „Deal“, bei dem die Unternehmen in ihrem eigenen Interesse handelten und bei dem uns niemand Garantien für das Fortbestehen unserer dort hochgeladenen Inhalte gibt. Nachfolgend werden einige wertvolle Ratschläge gegeben, wie man mit diesem Problem umgehen kann.

Das ist sicherlich eine zutreffende Beschreibung des Status Quo. Das heißt aber meines Erachtens nicht, dass man diesen Status Quo nicht kritisieren darf. Ich finde, man sollte ihn sogar kritisieren und eine entscheidende Zusatzfrage stellen.

Was bei dieser Argumentation nämlich in meinen Augen vergessen wird, ist die Systemrelevanz, die Facebook mittlerweile hat. Ein Unternehmen, das etwa 1 Milliarde User hat, die darüber kommunizieren, ist nicht mehr nur ein Unternehmen, das mit einzelnen Usern einen Deal abschließt, sondern ein Unternehmen mit globaler Verantwortung für einen großen Teil der weltweiten Online-Kommunikation.

An dieser Stelle muss daher die Frage erlaubt sein, ob man Unternehmen, die Verantwortung für die Online-Kommunikation so vieler Menschen übernommen haben, nicht dahingehend reguliert, dass sie nicht beliebig Inhalte entfernen oder unterdrücken dürfen und gegenüber betroffenen Usern eine Pflicht zur Transparenz haben, warum welcher Inhalt entfernt wurde. Diese Frage beschränkt sich sicherlich nicht auf Facebook.

Ich gebe offen zu, am liebsten wäre mir gewesen, Facebook hätte diese Systemrelevanz gar nicht erst erlangt. Aber da sie nun mal da ist, brauchen wir meiner Meinung nach Regeln für den Umgang damit.

Aber wie könnte eine solche Regulierung aussehen? Ich weiß es nicht. Auf landesgesetzlicher Ebene dürfte das wegen des weltumspannenden Charakters der Plattform jedenfalls nicht machbar sein. Auch die europäische Ebene ist zu wenig. Blieben internationale Vereinbarungen.

Wie seht ihr das? Brauchen wir so eine Regulierung systemrelevanter sozialer Netzwerke? Und wie könnte die aussehen?

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1 Kommentar auf “Muss Facebooks Löschverhalten reguliert werden?”

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