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Ja, es ist so. Ich bin nicht tolerant! Ich halte nichts von Toleranz, egal gegenüber wem. Politische Forderungen, wir bräuchten eine tolerante Gesellschaft, halte ich für grundfalsch.

Habe ich euch jetzt geschockt? Gut so! Aber vielleicht lest ihr noch ein bisschen weiter, um zu erfahren, warum ich nicht tolerant bin?

Wenn ihr bis hierher gekommen seid, werdet ihr schnell feststellen, dass meine Aussage, dass ich nicht tolerant bin, mitnichten bedeutet, dass ich Ausgrenzung oder Ungleichheit das Wort rede. Im Gegenteil. Ich bin vielmehr der Meinung, dass das Konzept der Toleranz nicht in eine offene und freie Gesellschaft passt.

Denn was bedeutet Toleranz? Die Wikipedia übersetzt Toleranz mit „Duldsamkeit“ und definiert sie als „ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten“. Etwas zu tolerieren bedeutet also lediglich – vielleicht sogar zähneknirschend – etwas hinzunehmen, was man vielleicht sogar ablehnt.

Diese Definition von Toleranz passt einfach nicht zu meiner Einstellung. Denn viele Dinge, bezüglich derer immer wieder Toleranz gefordert wird, lehne ich nicht ab. Ich nehme sie und die Menschen, die damit verbunden sind, schlicht und einfach so, wie sie sind. Dies gilt vor allem für Eigenschaften dieser Menschen. Warum auch sollte ich die sexuelle Orientierung, die Hautfarbe, die Behinderung oder andere Eigenschaften eines Menschen ablehnen? Und wenn ich sie nicht ablehne, gibt es auch keine Notwendigkeit, sie explizit zu dulden. Sie sind halt einfach da und stören mich nicht.

Mancher wird jetzt sicher einwenden, dass ich doch gewisse Dinge, die ich nicht gut finde, dulden muss, etwa weil mich Gesetze dazu zwingen. Das ist richtig, aber das betrifft in den allermeisten Fällen nicht den Toleranzbegriff, wie er im gesellschaftspolitischen Kontext verwendet wird. Toleranz wird meist im Zusammenhang mit Minderheiten ins Feld geführt, die es zu tolerieren gelte. Diese Toleranz, also Duldung, kann aber meiner Meinung nach allenfalls eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer Gesellschaft sein, in der alle, also auch Minderheiten, gleichberechtigt leben können und in der jeder jeden so nimmt, wie er ist, anstatt ihn nur zu dulden. Das Ziel ist also nicht eine tolerante Gesellschaft, sondern eine inklusive Gesellschaft. Und davon sind wir leider noch weit entfernt. Keiner hat das, was ich denke, besser und wunderbarer ausgedrückt als Gene Roddenberry, der Erschaffer des Star-Trek-Universums:

Star Trek was an attempt to say that humanity will reach maturity and wisdom on the day that it begins not just to tolerate, but take a special delight in differences in ideas and differences in life forms. If we cannot learn to actually enjoy those small differences, to take a positive delight in those small differences between our own kind, here on this planet, then we do not deserve to go out into space and meet the diversity that is almost certainly out there.

Lasst uns seine Vision zum Leben erwecken und Wirklichkeit werden!

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