Game Dev Tycoon – viel Aufregung um nichts

Derzeit verbreitet sich eine Story wie ein Lauffeuer im Netz, die auf den ersten Blick wie ein Beleg dafür aussieht, wie häufig Computerspiele illegal kopiert werden – und sich auf den zweiten Blick als etwas völlig anderes entpuppt. Was war passiert? Weiterlesen Game Dev Tycoon – viel Aufregung um nichts

Flattr this!

Eine Petition

Ich habe eine Petition zu den Plänen der Telekom gestartet, Datenvolumen einzuführen, nach deren Verbrauch der Internetzugang auf 384 kbit/s gedrosselt werden soll. Ich würde mich über zahlreiches Mitzeichnen und Weiterverbreiten freuen. Hier der Text der Petition und die Begründung:

Keine faktische Internetsperre durch die Telekom nach Datenvolumen

Die Deutsche Telekom AG wird aufgefordert, die auf www.telekom.com/medien/produkte-fuer-privatkunden/184370 angekündigte Änderung der Tarifstruktur mit sogenanntem „Drosseln“ der Internetverbindung nach dem Aufbrauchen eines Datenvolumens nicht einzuführen.

Begründung:

Wie auf digitalegesellschaft.de/2013/04/telekom-tarifanderungen-frontalangriff-auf-die-netzneutralitat/ ausführlich dargelegt wird, stellt die sogenannte „Drosselung“ nach dem Aufbrauchen des Datenvolumens eine faktische Internetsperre da, da viele Dienste mit einer Geschwindigkeit von 384 kbit/s schlicht nicht nutzbar sind. Dies stellt eine Verletzung der Netzneutralität dar. Es darf niemand faktisch vom Internet ausgeschlossen werden, weil er sich beispielsweise eine Volumenerweiterung nicht leisten kann“

Flattr this!

Satire im Netz: Anything goes?

Derzeit sorgt eine wahrscheinlich gefakete eBay-Auktion im Netz für Aufsehen, bei der ein Platz im NSU-Prozess vor dem OLG München mit den Worten „versteigert“ wird

„Sie steigern auf meinen Sitzplatz bei dem Prozess gegen NSU / Beate Zschäpe, für den gesamten Prozess.
ACHTUNG: NUR FÜR DEUTSCHE! TÜRKEN ZWECKLOS!! Bieten Sie nicht, wenn Sie Türke sind!!!“

Diese „Auktion“ soll nach Aussage derer, die sie verbreiten und die sogar darauf bieten, der Versuch sein, mittels Satire Kritik an der Vergabe der Journalistenplätze für diesen Prozess zu üben, bei der türkische Medien leer ausgingen.

Ich finde diese sogenannte „Satire“ völlig misslungen und unendlich geschmacklos. Wir haben mit den NSU-Morden die größte Terrorwelle seit der RAF in Deutschland sowie ein beispielloses Versagen aller Ermittlungsbehörden erlebt, das sogar in Beschuldigungen gegen die Opfer selbst gipfelte. Das Versagen des OLG München bei der Vergabe der Journalistenplätze ist nur ein weiterer trauriger Höhepunkt. Ich frage mich ernsthaft, ob angesichts des immensen Schadens, den allein diese Entscheidung bereits jetzt angerichtet hat, Satire der richtige Ansatz ist, damit umzugehen. Und ich komme für mich zu dem Schluss, dass dem nicht so ist, sondern Satire in diesem Fall den Schaden noch vergrößert. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur ein einziger Angehöriger der 10 Opfer des NSU-Terrors diese eBay-„Auktion“ witzig findet.

Ich kann mich aber auch generell des Eindrucks nicht erwehren, dass im Netz viele der Meinung sind, wenn es darum geht, Sachverhalte ins Lächerliche zu ziehen oder (vermeintlich) satirisch aufzubereiten, gelte ein „Anything goes“. Alles ist möglich, alles ist erlaubt, solange es nur den Zweck erfüllt, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Auch das sehe ich generell anders. Denn, wie schon angedeutet, kann auch Satire verletzen – und zwar die, die sie gerade nicht verletzen soll, nämlich die Opfer oder Leidtragenden eines Sachverhalts, der satirisch aufs Korn genommen werden soll.

Daher sollte sich jeder, der sich satirisch mit einem Thema befassen will, zunächst fragen, ob es bei der Angelegenheit Opfer oder Betroffene gibt, die er eigentlich nicht treffen will, die er aber mit seinem Versuch der satirischen Herangehensweise treffen könnte. Dieser notwendige Zwischenschritt unterbleibt meiner Ansicht nach bei satirischen Betrachtungen im Netz zu oft. Etwas mehr Sensibilität täte auch im Netz gut.

Flattr this!

Verlage verzichten freiwillig auf die Durchsetzung des Leistungsschutzrechts

Es kommt einer Sensation gleich! Mehrere große Verlage haben heute verlautbaren lassen, dass sie freiwillig auf die Umsetzung des Leistungsschutzrechts verzichten. Sie hätten eingesehen, dass diese Regelung ihnen mehr schade als nutze. Die Verzichtserklärung gelte ab dem 2. April 2013.

Ihr werdet sicher Verständnis dafür haben, dass ich heute noch keine Quelle für diese Meldung nennen kann, weil die Verzichtserklärung erst ab morgen gilt und heute die Quelle der Erklärung noch unter das Leistungsschutzrecht fiele. Bei einem Zitat der Quelle liefe ich also Gefahr, zahlen zu müssen. Das will ich natürlich nicht riskieren. Ich werde die Quelle selbstverständlich morgen nachliefern, wenn diese Gefahr nicht mehr besteht.

Update vom 02. 04. 2013: So, heute ist der 2. April, und jetzt kann ich wie angekündigt gefahrlos meine Quellen nennen. Die einzige Quelle für diese Meldung bin ich. Es handelte sich natürlich um einen Aprilscherz, der aber auch die Probleme des Leistungsschutzrechtes für Blogger deutlich machen sollte. Denn zwar sind nach einhelliger Meinung von Experten Links und kurze Zitate von Quellen von Presseverlagen zu Belegzwecken in Blogs nach wie vor nicht vom Leistungsschutzrecht betroffen. Aber wo die Grenze ist, ist bisher nur sehr schwammig definiert. Klar dürfte sein, dass auch Blogs, die Meldungen verschiedener Presseverlage in einer Art Presseschau aggregieren, unter das Leistungsschutzrecht fallen. Wo die genaue Grenze liegt, werden wohl die Gerichte klären müssen.

Flattr this!