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Heute ist mir etwas passiert, das mich seit Jahren zum ersten Mal wieder dazu gebracht hat, fundamental über Weihnachten nachzudenken.

Eine meiner Facebookbekanntschaften wünschte mit einem wunderschönen Bild eine „Stille Nacht!“.

Sein Bild wurde gleich darauf mit dem Kommentar bedacht „Sie werden nicht ankommen… eine acht Meter hohe Betonmauer mit Wachtürmen blockiert den Weg zwischen Nazareth und Betlehem. Oder, falls sie von Osten kommen, ca 360 fixe und diverse bewegliche Militärsperren. Frohe Weihnachten!“.

Diese Reaktion mittels eines feindseligen Bildes auf das absolut friedliche und schöne Bild fand ich traurig. Ich fragte „Können wir nicht mal an Weihnachten diese Miesmacher-Politisiererei lassen und einfach das schöne Bild und den Gedanken genießen?“.

Daraufhin wurde mir entgegengebracht „Schöne heile Welt, lieber Alexander Schestag, wünsche ich!“.

Aber plädiere ich hier wirklich dafür, an Weihnachten eine „Heile-Welt-Stimmung“ zu verbreiten? Ich denke nicht. Ich bin nicht der Meinung, dass die Welt heil ist, und das wollte ich mit meiner Kritik auch gar nicht zum Ausdruck bringen – sondern eigentlich das Gegenteil.

Denn auch die Weihnachtsgeschichte, auf die sich dieses Bild bezieht, ist alles andere als heile Welt. Sie symbolisiert gradezu, dass die Hoffnung in eine unheile Welt hineingeboren wird, weil grade die unheile Welt sie braucht. Das ist doch die Quintessenz daraus, bar jeglicher Glaubensfragen.

Wer an einem Tag wie Weihnachten in so einem Bild nicht mal den Wunsch nach einer friedlichen Welt erkennen und das so stehen lassen kann, der ist in meinen Augen arm. Arm an Hoffnung und Zuversicht. Und der kommt auch nicht weiter. Dass die Welt nicht heil ist, wissen wir alle. Aber man muss nicht mal gläubig sein, um zu erkennen, dass Weihnachten die Hoffnung darauf, dass das mal anders werden könnte, symbolisiert. Und Hoffnung braucht der Mensch, will er eine bessere Welt schaffen. Warum nicht den Tag der Hoffnung widmen, dem Innehalten, dem Nachdenken darüber, wie es sein könnte, wenn wir alle dafür sorgen, dass die Welt ein klein wenig besser wird? Vielleicht mag ja der ein oder andere jenseits der Festessen und Geschenke-Orgien mal drüber nachdenken?

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